Entwässerte Moore sind Hotspots der Treibhausgasemissionen aus Böden, aber gleichzeitig ertragreiche Grünlandstandorte. Sackung unter den Meeresspiegel und eine Verschlechterung der Bodeneigenschaften werden den Handlungs-druck zukünftig noch steigern. Höhere Grund-wasserstände sind Schlüssel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Wassermanagement könnte somit zur Emissionsminderung beitragen, aber gleichzeitig Einkommens-möglichkeiten für Landwirte durch die Produktion von Futtermitteln oder nachwachsenden Rohstoffe erhalten. Gleichzeitig sind Synergien zu Wasserqualitätszielen und Biodiversität möglich.

Das Projekt “SWAMPS” hat die Beibehaltung der Grünlandnutzung bei gleichzeitiger Minderung der THG-Emissionen zum Ziel. Im Rahmen unserer Tagung “Wassermanagement in landwirtschaftlich genutzten Mooren” möchten wir Ergebnisse und Erfahrungen zu folgenden Themen austauschen und diskutieren:

  • Wassermanagement in landwirtschaftlich genutzten Mooren: Wie nass darf es werden?
  • Auswirkungen auf die Treibhausgas-emissionen: welche Minderung ist möglich?
  • Auswirkungen auf Nährstoffhaushalt und Biodiversität: Synergien oder Konflikte?
  • Biomassequalität und Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich Wassermagement?
  • Modellstudien: Wie können Einzugsgebiete gemanagt werden?

 

Hier geht es zur Anmeldung: https://www.gruenlandzentrum.org/index.php?option=com_rsform&formId=25

 

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Landwirte und Wissenschaftler aus dem Gnarrenburger Moor diskutieren mit Kollegen aus Ipweger- und Hammelwarder Moor

BesuchAusGnarrenburgGruppenbildWie lässt sich Moorgrünland erhalten, der Klimaschutz stärken und die Situation der Landwirte verbessern? Diese Fragen diskutierten Landwirte und Wissenschaftler aus dem Projekt Gnarrenburger Moor gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Projekt SWAMPS in der Wesermarsch. Foto: Grünlandzentrum

Rotenburg/Wesermarsch. Die Ziele sind klar definiert - die Treibhausgasemissionen auf landwirtschaftlich genutzten Mooren sollen reduziert und die betriebswirtschaftliche Situation für landwirtschaftliche Betriebe verbessert werden. In zwei Modellregionen arbeiten deshalb seit einiger Zeit Vertreter aus Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Wissenschaft und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) an Lösungen: Im Modellprojekt Gnarrenburger Moor in Rotenburg, koordiniert von der Landwirtschaftskammer (LWK) Bremervörde, und im Verbundprojekt SWAMPS (englisch für Sümpfe), das vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. in Ovelgönne geleitet wird. Beide Modellprojekte sind Teil des von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen geförderten Programms „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ und laufen über drei bis fünf Jahre. Jetzt besuchten Landwirte und Projektmitarbeiter aus der Gnarrenburger Modellregion erstmals ihre Kollegen aus dem Verbundprojekt SWAMPS.

Zum Programm gehörte die Begehung der SWAMPS-Exaktversuchsflächen im Ipweger Hochmoor und Hammelwarder Niedermoor. Dort erläuterte Dr. Heinrich Höper vom LBEG das Wassermanagement auf den Flächen. Diese werden durch den Einstau von Wassergräben beziehungsweise über eine sogenannte Unterflurbewässerung mittels Drainagen bewässert. Bei der Unterflurbewässerung, einem neuen in den Niederlanden entwickelten Verfahren, wird Wasser aus Gräben über Drainrohre in die Flächen geleitet.

BesuchAusGnarrenburgTorfprobeMittels eines Bohrers nahmen Merten Minke und Heinrich Höper vom LBEG (von links) eine Torfprobe aus rund drei Metern Tiefe auf einer Versuchsfläche im Ipweger Hochmoor, auf der die Unterflurbewässerung getestet wird. Foto: Grünlandzentrum

Im Mittelpunkt des Besuchs stand eine moderierte Diskussion, die Jendrik Holthusen aus dem Grünlandzentrum leitete. Im Melkhus am Fuchsberg debattierten die 23 Beteiligten aus Rotenburg und der Wesermarsch Chancen und Risiken einer angepassten Bewässerung von Mooren. „Das Ganze ist nicht trivial“, schickte Höper vorweg mit Blick auf eine Optimierung der Wasserstände, die das Moor auf der einen Seite feucht genug halten sollen, um Torfzehrung und damit Treibhausgasemissionen zu mindern, andererseits aber die Flächen trocken genug lassen müssen, um sie mit landwirtschaftlichem Gerät zu befahren.

Im Zusammenhang mit der Unterflurbewässerung sprach Dr. Heike Kruse-Dörgeloh (LWK Bremervörde), die im Gnarrenburger Moor die Zusammenarbeit von Landwirten und lokalen Akteuren als Geschäftsführerin koordiniert, „von der Chance einer Win-win-Situation für die Landwirtschaft und den Klimaschutz“.  Das Modellprojekt Gnarrenburger Moor war im Frühjahr 2016, etwas später als SWAMPS, gestartet. Es verfolgt dieselben Ziele wie SWAMPS, arbeitet aber mit praxisnahen Vorzeigeflächen, damit möglichst viele Betriebe eigene Erfahrungen mit den neuen Verfahren machen können. Auf den SWAMPS-Exaktversuchsflächen im Ipweger Hoch- und Hammelwarder Niedermoor werden dagegen exakte Untersuchungen zu den Auswirkungen des Wassermanagements auf Treibhausgasemissionen, landwirtschaftliche Kenngrößen, Nährstoffausträge und Biodiversität vorgenommen.

„Die Flächen sind durch das angepasste Wassermanagement planbarer in ihrer Bewirtschaftung“, sagte Gerd Lange von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Man könne so zum Beispiel erreichen, dass ein letzter Schnitt auch in einem nassen Herbst noch möglich sei. Einig waren sich alle Beteiligten, dass durch eine angepasste Bewässerung Höhenverluste vermindert und Produktionsstandorte gesichert werden können.

Den Chancen standen aber auch Befürchtungen der Landwirte gegenüber. Für eine Beweidung seien auf bewässerten Moorflächen tiefere Wasserstände erforderlich, gaben die Landwirte aus der Wesermarsch zu bedenken. Außerdem befürchten sie, dass durch die Bewässerung das naturschutzfachliche Interesse an den Flächen steigen und damit deren Bewirtschaftungsmöglichkeiten eingeschränkt werden könnten. Dennoch warb Johann Steffens, Landwirt auf dem Gnarrenburger Moor in Ober-Klenkendorf, für die Unterstützung der Modellprojekte:  „Wir brauchen Landwirte, die die Moorflächen pflegen.“

Während es für konkrete Lösungsoptionen aus den Projekten, die bis 2019 beziehungsweise 2020 laufen, noch zu früh ist, zeichnet sich bereits jetzt die Unterflurbewässerung als vielversprechendes Verfahren ab, um Landwirtschaft und Klimaschutz gerecht zu werden. Die laufenden Messungen von Treibhausgasemissionen im SWAMPS-Projekt seien überdies von unschätzbarem Wert, sagt Dr. Heinrich Höper. In ganz Deutschland gebe es keine vergleichbaren Zahlen in Moorgebieten mit Unterflurbewässerung.

 

Verbundprojekt SWAMPS testet auf Versuchsflächen im Hammelwarder und Ipweger Moor

 

Rastede/Ovelgönne. Treibhausgasemissionen aus Moorgebieten reduzieren und dabei die Wertschöpfung für landwirtschaftliche Betriebe erhalten – diese Ziele hat sich das in Deutschland bisher einmalige Verbundprojekt SWAMPS (englisch für Sümpfe) gesteckt. Drei Jahre lang führen dazu die Universität Oldenburg, das Braunschweiger Thünen Institut, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zusammen mit Landwirten Versuche auf landwirtschaftlich genutztem Moorgrünland durch. Die Koordination hat das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. in Ovelgönne inne. Zur Halbzeit der Projektlaufzeit trafen sich nun die Projektpartner, Landwirte, Vertreter der Wasser- und Bodenverbände sowie Mitarbeiter aus anderen Moorprojekten in Rastede und diskutierten erste Ergebnisse.

„SWAMPS ist auf einem guten Weg“, bilanzierte Projektleiterin Dr. Kristine Jung vom Grünlandzentrum.

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